Strompreis höher als erlaubt

Es vergeht kaum ein Tag wo keine Hiobsbotschaften über den Strompreis kursieren. Jedes Jahr wird der Strom teurer. Der eine gibt den Erneuerbaren Energien die Schuld, ein anderer den Braunkohlekraftwerken, andere den abgeschalteten Atomkraftwerken. Der neue Vizekanzler kündigt Änderungen an den Förderungen an um den Strompreis stabil zu halten.

All das ändert aber nichts an der Tatsache, dass unser Strompreis fast 50 Prozent über EU Durchschnitt liegt. Aktuell liegt der Strompreis 48,4 Prozent über dem EU Durchschnitt, wobei die Tendenz steigend ist. Nachzulesen bei dem vierteljährlich aktualisierten Energiewendeindex der Unternehmensberatung McKinsey.

Zielsetzung der Regierung weit verfehlt

Laut einer Zielsetzung der Bundesregierung dürften private Haushalte nicht mehr als 25,5 Prozent über dem EU Durchschnitt liegen und da der Anstieg seit fünf Jahren nicht zu stoppen scheint, rückt der Plan der Regierung in immer weiterer Ferne. Aber es gibt auch von Experten Ansatzpunkte, dies zu ändern. So wäre nicht nur die Klimapolitik Schuld an der Misere, sondern auch durch die Sozialpolitik ließe sich einiges verbessern, so die Meinung der Energiepolitikexpertin Sonja Peterson, Wissenschaftliche Geschäftsführerin am Institut für Weltwirtschaft. Ihr Ansatz liegt in der Erhöhung der Grundversorgung und bei der Unterstützung von Energiesparen. Außerdem sollte die Befreiung von der EEG Umlage reduziert werden.

Deutsche Wirtschaft bald nicht mehr Wettbewerbsfähig

Etwa 2700 deutsche Unternehmen profitieren derzeit von der Befreiung der EEG Umlage. Der Rest unserer Industrie zahlt derzeit 19 Prozent mehr für den Strom als die Konkurrenten im EU Ausland. Klar, das damit auch der Wettbewerbsnachteil unserer Wirtschaft gewachsen ist. Das könnte zur Folge haben, das Arbeitsplätze in Gefahr geraten oder aber weniger in Bereiche investiert wird , die einen hohen Energieverbrauch erreichen. Die EU leitete Mitte Dezember 2013 ein EU Beihilfeverfahren gegen Deutschland ein. Gegenstand dieses Verfahrens ist die Befreiung von der EEG Umlage der Strom intensiven Unternehmen. Da kommen die Pläne unseres Vizekanzlers Sigmar Gabriel, er möchte unter Anderem die Befreiungen für Großverbraucher kürzen, doch eigentlich gelegen.

Foto: © lichtkunst.73  / pixelio.de