Erneuerbare Energie – Riesen Akkus gegen Flatterstrom

Mecklenburg Vorpommern zählt zu den ersten Bundesländern, die sich der Vollversorgung mit Ökostrom nähern. Das bringt aber nicht nur Vorteile, das bringt vor allen Dingen Probleme mit der Frequenz im Stromnetz. Das ändern sollen nun 25.600 Lithium- Ionen- Akkus von keinem geringeren als Samsung. Dabei wird noch vor Ostern der größte kommerzielle Batteriepark Europas ans Stromnetz angeschlossen.

In einem Turnhallen ähnlichem Gebäude werden sie zu einer Mega Batterie zusammengesteckt. Mit einer Leistung von fünf Megawatt könnte die Batterie von einer großen Offshore Windkraftanlage die Stromproduktion von einer Stunde unterbringen.

Wozu wird der Mega Akku benötigt

Das Akku dient nicht dazu, den überschüssigen Windstrom der Region aufzunehmen und zwischenzuspeichern, damit die Stromversorgung bei Flaute gewährleistet ist. Das Akku soll nur dazu dienen, die wetterbedingten Schwankungen des Wind- und Solarstrom Aufkommens auszugleichen, um so die Frequenz im Stromnetz zu stabilisieren. Allgemein wird schon von Flatterstrom gesprochen, der gerade in Mecklenburg Vorpommern vorkommt. Das liegt zum einen daran, dass das Bundesland dünn besiedelt und strukturschwach ist und dadurch kaum Kilowattstunden verbraucht werden, obwohl hier gewaltige Windparks gebaut wurden.

Was geschieht bei Flatterstrom

Den Netzbetreibern bereitet es immer größere Probleme das Leistungsnetz stabil zu halten. Das liegt unter anderem an dem stetig wachsenden Anteil an Solar- und Windstromaufkommen. Wenn nun die Frequenz des Stroms in der Leitung vom Normalwert, der  50 Hertz beträgt, abweicht, schalten sich die Umspannwerke und andere Betriebsmittel der Netzbetreiber zum Selbstschutz automatisch ab. Die wahrscheinlichste Folge wäre ein Blackout. Da in Norddeutschland mittlerweile so viele Windparks und Solaranlagen installiert sind, langt schon eine plötzliche Windböe oder eine durchziehende Wolke für gefährlich viel Flatterstrom. Um die kurzfristigen Stromschwankungen zu kompensieren, mieten die Netzbetreiber schnell steuerbare Kraftwerks- oder Speicherkapazität an. So etwas kann man auf dem sogenannten Primärregelleistungsmarkt. Dieser Markt beruht auf wöchentliche Ausschreibungen und auch der Mega Akku soll dann seinen Dienst dort anbieten.

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