Russland kämpft gegen Europas Sanktionen

Russland liefert 75 % seines Gases nach Europa. Seit der Krise in der Ukraine und den Sanktionen gegen Russland versucht Putin neue Märkte zu erschließen. Sein neues Revier soll China beziehungsweise Asien werden um von Europa unabhängiger zu sein. Eigentlich versuchen die Russen schon seit zehn Jahren einen Fuß in die Tür Asien und eine Unterschrift unter einem epochalen Großvertrag für Gaslieferungen zu bekommen, bisher wurden sie immer von den Chinesen hingehalten.

Das könnte sich in den nächsten Tagen ändern, denn Putin wird zum Staatsbesuch nach China reisen. Im Gepäck eine Botschaft an Europa, das er in der Lage ist, einen anderen Markt als Europa zu beliefern. Eigentlich sind die Russen schon seit 2006 mit China in Verhandlungen, doch nach den Sanktionen Europas gegen Russland, will Putin nun seine Macht zeigen und in China Nägel mit Köpfen machen.

Eckdaten stehen schon fest

Der Gasprom Chef Miller hatte schon die Eckdaten vor längerer Zeit ausgehandelt. So sollen 38 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich nach China fließen. Auch die Preisformel steht, allerdings war schon immer klar, das Russland weit weniger Geld von China für sein Gas bekommt, als von Europa. Europa zahlt immerhin 380 Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas an Russland. Fest steht auch, das sich die Verhandlungssituation von Gasprom gegenüber China eher verschlechtert hat, durch die Krise mit Europa.

Gewinner der Krise in der Ukraine

Bei jeder Krise gibt es Verlierer und Gewinner. Ganz klar, wer hier der Verlierer ist, aber die Gewinner sind auch klar, nämlich die USA und China. China könnte hier besonders profitieren, denn Russland muss und will schnell einen neuen Vertrag in der Tasche haben, also werden sich die Konditionen dieses Vertrages zugunsten Chinas auswirken. Nur wenn Putin der Meinung ist, dass der Markt in Asien den Markt in Europa ersetzen kann, ist er wohl auf dem Holzweg, denn mehr als die Hälfte des russischen Außenhandels kommt aus der EU.
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