Kommt Spaniens Energiewende ins Stocken

Es ist noch gar nicht so lange her, als Spanien für seine Windenergie gelobt wurde. Überall im Land wurden neue Solarparks gebaut und die erneuerbaren Energien wurden zur wichtigsten Quelle für die Energieversorgung im Land. Nun hat das spanische Industrieministerium angekündigt, die Subventionen für den sauberen Strom drastisch reduzieren.

Kommt Spaniens Energiewende ins Stocken

Das Land müsse sparen und da muss auch die Energiebranche ihren Beitrag leisten, so die Begründung des Ministeriums.

Gigantische Subventionen

Das Argument kann man verstehen, wenn man sich einmal die Zahlen genauer anschaut. Es sollen zirka 200 Milliarden Euro für den grünen Strom fließen, wobei schon etwa 56 Milliarden Euro ausgezahlt worden sind. Der meiste Teil davon floss als Einspeisevergütung bei Wind- und Sonnenenergie, das wiederum zahlreiche Investoren, gerade auch aus dem Ausland anlockten. Die restlichen 143 Milliarden sollten in den nächsten 20 Jahren während der Restlaufzeit der schon ans Stromnetz angeschlossenen Anlagen, ganz vorne dabei die Solarparks, fließen. Die Einsparungen sollen nun etwa um 20 Prozent gesenkt werden.

Anleger könnten klagen

Das wäre leider nicht das erste mal, das ausländische Anleger nachträglich zur Kasse gebeten werden. Allen voran die Amerikaner haben in den vergangenen Jahren kräftig in den Ausbau der Solarstromproduktion in Spanien investiert. Natürlich auch angelockt von den Versprechungen des damaligen Industrieministers. Er versprach feste Renditen von 14 Prozent. Diese Rendite konnte aber nicht gehalten werden, denn die Solarstromproduktion stieg in nur drei Jahren von 53 auf 313 Gigawattstunden. Überrascht davon, führte die Regierung ein Moratorium ein und die garantierte Einspeisungsvergütung auf 25 Jahre reduziert. Des Weiteren wurden die Prämien nur noch für eine bestimmte Anzahl von Sonnenstunden ausgezahlt. 2012 wurde dann auch noch eine Stromsteuer von 7,5 Prozent eingeführt.
Nach den neuesten Ankündigungen des Industrieministeriums in Spanien hat das große US- Energieunternehmen Nextera Energy Spanien vor das Internationale Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID) zitiert und Rechtsschutz gefordert. Für das US-Unternehmen wären die neuesten Ankündigungen eine rückwirkende Änderung der Geschäftsgrundlage. Dazu sollte man wissen, das Nextera Energy maßgeblich an dem spanischen Solarkraftwerk Termosol beteiligt ist.
Foto: © Helmuth Ziegler  / pixelio.de